Rezension - "Wir. Für immer" von Emma Wagner

Heute stelle ich euch den Liebesroman „Wir. Für immer“ vom Emma Wagner vor. Das Buch ist am 29.06.2017 erschienen und ist als Taschenbuch und E-Book erhältlich. Die Autorin hat es als Self-Publisherin bei Amazon veröffentlicht. Emma Wagner hat mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, was meine Meinung jedoch in keinster Weise beeinflusst hat.


Das Cover des Buches wirkt auf mich fast ein bisschen überladen, da es sehr viele Eindrücke auf einmal vermittelt.
Dominiert wird das Cover von hellen Rot- und Blautönen, was mir sehr gut gefällt, weil das Cover dadurch sehr harmonisch aussieht. Im Hintergrund sind weiße Fenster abgebildet, welche einen See mit einer Landschaft aus Bergen zeigen. An das Fenster ist ein Bild angelehnt, welches zwei Menschen zeigt, die sich Küssen.
Im Vordergrund sitzt eine junge Frau im Schneidersitz vor einem Laptop und sieht sehr konzentriert aus. Um sie herum liegen einige zerknüllte Zettel, was darauf schließen lässt, dass sie etwas recherchiert.
Im oberen Teil des Covers ist der Titel des Buches in großen schwungvollen Lettern geschrieben, damit dieser dem Betrachter direkt ins Auge fällt.


Nachdem ihr langjähriger Freund Ralf Sophie einen Heiratsantrag gemacht hat, scheint ihr Leben perfekt zu sein. Das ihre beste Freundin Jana und ihre Mutter davon nicht sonderlich begeistert sind, scheint sie nicht im Geringsten zu stören.
Doch schnell wendet sich das Blatt, denn das Café ihrer Mutter steht kurz vor dem Aus. Die einzige Möglichkeit, das Café  zu retten ist ein Investor – doch wieso hat ihre Mutter dafür gerade den arroganten und selbstverliebten Noel gewählt?
Sophie hat jedoch keine Zeit darüber nachzudenken: Ihre Mutter erleidet einen schweren Autounfall und zeitgleich erfährt Sophie etwas, was ihr ganzes Handeln und Denken beeinflussen wird. Ihre Welt wird erschüttert!
Ausgerechnet der Investor Noel bietet ihr seine Hilfe an, als sie sich entschließt, sich auf die Suche nach Antworten zu machen. Auf ihrer Suche stoßen die Beiden auf eine dramatische Liebesgeschichte, welche eng mit dem Schicksal von Sophie zusammenhängt.
Doch diese Tatsachen sind nicht die Einzigen, die Sophies Leben auf den Kopf stellen. Mit seiner charmanten und gleichzeitig dreisten Art bringt Noel sie plötzlich vollkommen aus dem Konzept. Doch auch er verbirgt ein Geheimnis..


Der Aufbau des Buches ist eher schmucklos, lediglich die Seitenzahlen sind mit Verschnörkelungen verziert, welche meiner Meinung nach, nicht sonderlich gut zu dem Buch passen. Irgendwie sehen sie ein bisschen verloren und fehl am Platz aus. 

Doch den Prolog und den Einstieg in die Geschichte möchte ich noch mal gesondert hervorheben, weil ich diesen so noch nicht gelesen habe.
Der Prolog beschreibt die Zukunft der Geschichte und lässt erahnen, was im Verlauf des Buches passiert. Dies würde ich jedoch nicht als negativ bewerten, weil der Prolog nicht zu viel verrät, sondern den Leser neugierig auf den Verlauf der Geschichte macht.
Der Einstieg in die eigentliche Geschichte ist im Frühjahr 2016, in der Sophies Freund Ralf ihr einen Heiratsantrag gemacht hat. Die Erzählweise ist die Ich-Perspektive und die Kapitel sind lediglich mit Zahlen nummeriert.
Parallel dazu wird eine zweite Geschichte erzählt, welche sich in den 80’er Jahren ereignet hat. Erzählt wird die Geschichte aus der dritten Person und ist mit kurzen und aussagekräftigen Überschriften versehen.
Durch diese Unterscheidungen wird nochmals verdeutlicht, dass es sich einmal um eine gegenwärtige und um eine vergangene Erzählung handelt, was auf mich sehr realistisch wirkt. Darüber hinaus bauen die beiden Geschichten aufeinander auf.
Und doch war ich zu Beginn, durch den Wechsel der Zeiten, etwas verwirrt. Der Leser hat nämlich keinerlei Information zu der vergangenen Geschichte, wird also ins kalte Wasser geworfen. So war es für mich schwierig in die Geschichte hineinzufinden, doch dies hat sich schnell in Neugierde gewandelt.


Der Schreibstil der Autorin ist, meiner Meinung nach, sehr angenehm, aber auch intensiv. Sie konzentriert sich mehr auf die Beschreibung der Handlung, als auf die der Kulisse, was mir gut gefallen hat. Dadurch kamen die unterschiedlichen Empfindungen der einzelnen Protagonisten noch besser rüber und der Leser bekommt die Möglichkeit, vollends in diese Empfindungen einzutauchen.
Für einen Liebesroman ist der Schreibstil doch eher anspruchsvoll, was ja eigentlich untypisch ist und so hat die Autorin auch versucht, den Klischees einer Liebesgeschichte weitestgehend zu entfliehen.


Der Leser lernt die Protagonistin Sophie als tollpatschige, aber gleichzeitig sehr selbstbewusste junge Frau kennen. Sie ist bereits 30 Jahre alt, was mir gefällt, da so die Protagonistin mal nicht ganz so jung ist und bereits mitten im Leben steht. Sie weiß sich auszudrücken und hat immer einen frechen Spruch auf den Lippen.
Sophie behauptet von sich selbst, zwei schlechte Eigenschaften zu haben: Zum einen ist sie sehr neugierig und kann sich deshalb manchmal nicht zurückhalten und zum anderen hat sie immer Angst, jemanden zu enttäuschen. Zudem ist sie sehr mitteilungsbedürftig, aber zwischendurch auch etwas aufbrausend und fühlt sich schnell angegriffen. So kommt es auch öfter vor, dass sie sich in Rage redet.
Sophie hat eine super witzige Angewohnheit. Wenn sie nervös ist oder jemandem ausweichen möchte, bringt sie belanglose und teilweise auch komische Fakten hervor, welche absolut nicht zum Thema gehören:

Wusstest du, dass die steilste Straße der Welt in Neuseeland liegt?“ (Zitat: „Wir. Für immer“ von Emma Wagner, Seite 78 Taschenbuch)
"Wussten Sie eigentlich, dass Ameisen nie schlafen?“ (Zitat: „Wir. Für immer“ von Emma Wagner, Seite 121 Taschenbuch)

Doch nach dem Unfall ihrer Mutter und den anderen Ereignissen ist sie verzweifelt, durcheinander und weiß einfach nicht mehr, was sie denken soll. Wie soll man ihr das auch verübeln! 

„Ich wünschte, sie würde mich in den Arm nehmen, mir über meinen Kopf streicheln und sagen, dass alles gut wird. Dass alles wieder ist wie früher. Doch das wird es nie wieder sein.“ (Zitat: „Wir. Für immer“ von Emma Wagner, Seite 76 Taschenbuch)

Doch sie gibt nicht auf, arrangiert sich mit ihrer Situation, sucht nach Antworten und versucht alles erdenkliche, diese auch zu finden.
Wird Noel ihr dabei eine Unterstützung sein, oder wird er Sophie nur noch mehr aus dem Konzept bringen?

Ich habe mich dazu entschlossen, euch doch öfter meine Meinung zum männlichen Protagonisten mitzuteilen.
In dieser Geschichte ist es Noel, der mit vollem Namen „Emmanouel Khatchadourian“ heißt, wo ich mich gefragt habe, wie Spitzname „Noel“ entstanden ist. Der Leser lernt ihn und Sophie in einer ziemlich prekären Situation kennen und so macht er direkt zu Beginn der Geschichte den Eindruck eines arroganten und selbstverliebten Mannes. Er hält sich für was Besseres, gibt dies auch sehr gerne zum Besten und ist dabei auch noch extrem frech.
Doch man merkt schnell, dass Noel zwei Seiten hat, zum einen ist er der harte Macho und zum anderen der fürsorgliche Zuhörer. Er bringt sehr viel Verständnis für Sophies Situation auf und doch birgt er ein Geheimnis, was alles verändern könnte..

Alles in Allem hat mir das Buch gut gefallen. Ich habe mich schwer getan, am Anfang in die Geschichte hineinzufinden, aber das hat sich mit der Zeit gelegt. Später habe ich erst bemerkt, wie sehr die beiden Geschichten miteinander in Verbindung stehen. So konnte ich der Liebesgeschichte immer besser Folgen. Emma Wagner hat in mir die verschiedensten Empfindungen hervorgerufen, manchmal saß ich vor diesem Buch und habe mein Herz schlagen gehört und hatte wirklich Tränen in den Augen. Tränen des Glücks, aber auch Tränen der Trauer.
Ich muss zugeben, dass ich mich ein wenig in Noel verguckt habe. Er hat wirklich einen tollen und komplexen Charakter und passt, genauso wie die Kulisse, hervorragend in die Geschichte. Auch das Alter der Protagonisten hat mir sehr zugesagt, da diese nicht, wie sonst, so jung sind, sondern bereits mitten im Leben stehen. So wird noch mal eine andere Sparte an Lesern angesprochen.

Für die Romantiker von euch kann ich also eine Leseempfehlung abgeben – eure Svenja J  

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