Rezension - "50 Tage - Der Sommer meines Lebens" von Maya Shepherd

Der Roman „50 Tage – Der Sommer meines Lebens“ von Maya Shepherd ist am 30.06.2017 beim Sternensand Verlag erschienen.
Das Buch ist bisher als Taschenbuch und E-Book erhältlich.

Das Cover des Buches erinnert mich direkt an den Sommer. Es wirkt sehr hell, freundlich und einladend auf den Betrachter. Durch die hellen Farben und den aussagekräftigen Titel hat es mich direkt angesprochen und neugierig gemacht.
Im Mittelpunkt des Covers stehen sich ein junger Mann und eine junge Frau gegenüber und halten sich in den Armen. Dadurch, dass das junge Paar sich aneinander schmiegt und sich anlächelt, sehen die Beiden sehr glücklich und vertraut miteinander aus. Die strahlende Sonne taucht die Beiden dabei in ein warmes Licht.
Der Titel des Buches ist zentral auf dem Cover abgebildet und in großen Lettern geschrieben, sodass dieser dem Betrachter direkt ins Auge fällt.

Es ist der Sommer 1965, der letzte Sommer, bevor Jade endlich 18 wird. Alles scheint perfekt, doch nichts ahnend erwischt sie ihre beste Freundin Katie und ihren Freund Scott knutschend hinter der Sporthalle. Und dabei dachte sie doch, Scott wäre ihre große Liebe! Ihre Welt scheint in tausend Scherben zu zerfallen und sie fühlt sich verraten und hintergangen.
Dann ist es doch wohl klar, dass sie nicht mehr mit ihrer nun ehemals besten Freundin in das lang geplante Sommercamp fahren kann, oder? Jade’s Eltern scheinen dies jedoch anders zu sehen und bestehen trotz allem Widerspruch darauf, dass sie das Sommercamp besucht. Doch wie soll Jade es schaffen, sechs lange Wochen mit ihrer ehemals besten Freundin zu überstehen?
Diese Tatsache ist für sie undenkbar und der Schmerz über Katie’s Verrat so groß, sodass Jade nun eigene Pläne schmiedet. Mit nicht mehr als ihrem Rucksack lässt sie sich auf einen abenteuerlichen Roadtrip ein.
Vor Jade steht nun ein Sommer entlang der Road 66, der zum träumen, hoffen und fühlen einlädt. Denn noch weiß sie nicht, dass ihre ganz große Liebe gar nicht so weit entfernt ist.
Doch auch das Schicksal ist nicht weit, es versucht sich Jade mit aller Macht in den Weg zu stellen..

In diesem Roman treffen zwei Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Vorurteile beherrschen zu Beginn das Handeln der Protagonisten, doch auf ihrer Reise lernen sie, dass Vorurteile nicht immer der Wahrheit entsprechen.
Doch auch das Schicksal spielt in dieser Geschichte eine entscheidende Rolle, den diesem kann man nicht so einfach entgehen:

"Das Schicksal hatte sich wie eine Straßensperrung zwischen uns gestellt. Es würde uns nichts bringen, Vollgas zu geben und sie einfach zu durchbrechen, denn dahinter wartete ein Abgrund, der uns in ein bodenloses Nichts stürzen lassen würde." (Zitat: "50 Tage - Der Sommer meines Lebens" von Maya Shepherd, Seite 355 Taschenbuch)

Der Aufbau des Buches hat mir sehr gut gefallen, da dieser eher ungewöhnlich ist. Die Kapitel sind in "Tage" eingeteilt, an denen Jade ihre Geschichte mit dem Leser teilt. Das bedeutet, dass ein Kapitel auch mit einem Tag abschließt. Die Länge der Kapitel variiert, je nachdem, was Jade an einem Tag alles erlebt. Dadurch wirkt die Geschichte sehr authentisch und ist sehr abwechslungsreich.
Des Weiteren wird der Beginn eines jeden Kapitels mit dem Straßenschild der Road 66 geziert, welches sich auf den Inhalt des Buches bezieht.
Im Verlauf des Buches bekommt der Leser die Möglichkeit, immer wieder selbst gemalte Zeichnungen zu betrachten, welche auf den Inhalt des Buches anspielen. Das sind zum Beispiel ein Paar Cowboystiefel oder der Ford Mustang, mit dem sich Jade auf ihrer Reise fortbewegt.

Der Schreibstil von Maya Shepherd ist sehr angenehm. Mir ist es sehr leicht gefallen, mich in die Geschichte hineinzufinden, da die Autorin die Kulisse und die Charaktere sehr interessant und detailliert beschrieben hat. Sie hat jedoch darauf geachtet, dem Leser nicht die Phantasie zu nehmen, sodass der Leser genug eigene Interpretation in die Geschichte einbringen konnte.
Wie oben schon erwähnt, spielt die Geschichte im Jahre 1965, was ich persönlich sehr passend finde. Es ist sehr schön und vor allem abwechslungsreich, ein Buch über eine Zeit zu lesen, in der die sozialen Medien und vor allem Handy's noch nicht gegenwärtig und selbstverständlich sind. Damals sind die Menschen noch raus gegangen, um etwas zu erleben und was von der Welt zu sehen. Die Beatles standen an der Spitze der Musikwelt und es gab Schreibmaschinen und Münztelefone, welche für die Menschen nicht alltäglich waren.

Der Charakter von Jade ist sehr vielseitig. Zu Beginn der Geschichte macht sie deutlich, dass sie Spontanität verabscheut, alles muss gut durchdacht und organisiert sein. Sie hat ein sehr geringes Selbstbewusstsein und stand schon immer im Schatten ihrer besten Freundin. Dieses Gefühl wird durch die Taten ihrer besten Freundin Katie nur noch verstärkt.
Durch ihr Elternhaus, welches sich in einem relativ wohlhabenden Viertel befindet und die Erziehung ihrer Eltern, wirkt Jade zu Beginn eher ein wenig verklemmt und konservativ.
Doch zum anderen zeigen sich die Charakterzüge eines typischen Teenagers. Jade ist sehr neugierig, nie um einen frechen Spruch verlegen und spricht, bevor sie darüber nachdenkt. Zudem ist sie teilweise sehr zickig und stur.
Was mich persönlich sehr beeindruckt hat ist, dass sie im Leben feste Prinzipien hat, diese verfolgt und auch dazu steht. Sie lässt sich nicht so leicht beeinflussen, aber doch gerne vom Gegenteil überzeugen und ist dabei sehr natürlich. Kurz gesagt: Sie verstellt sich nicht.

Im Verlauf der Geschichte wächst Jade über sich hinaus. Nicht nur ihre Reise, sondern auch ihr Reisebegleiter Jason machen aus ihr ein neuen Menschen:

"Ohne ihn wäre ich nie auf diesen Tisch gestiegen, geschweige denn in Las Vegas gelandet. Ohne ihn hätte ich nie herausgefunden, dass so viel mehr in mir steckte als das langweilige und unscheinbare Anhängsel von Katie. Ohne ihn hätte ich nicht gelernt, mich selbst zu lieben, wie ich war. Ohne ihn wäre ich nie die geworden, die ich heute war." (Zitat: "50 Tage - Der Sommer meines Lebens" von Maya Shepherd, Seite 294 Taschenbuch)

Heute bekommt ihr ausnahmsweise einen kleinen Einblick in den Charakter des männlichen Protagonisten Jason. Dieser hat mich nämlich auf eine Art fasziniert, da sein Charakter und sein Verhalten teilweise sehr widersprüchlich sind.
Jade's Reisebegleitung Jason ist der typische Kerl "Harte Schale, weicher Kern". Der Leser merkt direkt, dass er irgendetwas zu verbergen hat, was ihn teilweise sehr geheimnisvoll wirken lässt. Jason spricht immer aus was er denkt, hat aber teilweise das Problem, dass er seine Gefühle nicht in den Griff bekommt. Dies macht sich jedoch nicht nur positiv, sondern auch negativ bemerkbar, wie zum Beispiel durch Wutausbrüche.
Doch im Verlauf der Geschichte merkt man immer mehr, dass er sehr fürsorglich, menschenoffen und emotional ist, was er natürlich nicht gerne zeigt. Weil eigentlich ist er ja der harte Kerl.
Die wichtigste Frage ist jedoch: Was hat Jason zu verbergen? Erklärt dieses Geheimnis vielleicht sein widersprüchliches Verhalten?

In diesem Roman hat der Leser die Möglichkeit, eine ganz tolle facettenreiche Liebesgeschichte miterleben zu können. Diese Geschichte ist romantisch, traurig, lustig und unvorhersehbar. Die Autorin versteht sich gut darin, den Leser zu überraschen und zu faszinieren. Auch ich hatte solche Momente. Momente, in denen ich den Tränen nah war. Momente, in denen ich mich vor lachen kaum halten konnte. Momente des Gefühls und der Überraschung.
Maya Shepherd hat sehr komplexe Charakter erschaffen und eine schöne Kulisse für ihre Geschichte gewählt. Es passt einfach alles zusammen!

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen - eure Svenja :) 

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