Rezension - "Schattenkrone" von Eleanor Hermann

In meiner heutigen Rezension stelle ich euch das Buch „Schattenkrone“ von Eleanor Hermann vor, das am 23.02.2017 im Fischer Verlag erschienen ist. Hierbei handelt es sich um den ersten Band der Reihe „Royal Blood“. Es ist derzeit als Hardcover mit Schutzumschlag und als E-Book erhältlich.

Am linken Rand des Covers ist das Profil einer jungen Frau zu sehen, der ein paar Haarsträhnen ins Gesicht wehen. Ihr Blick geht geradeaus und ihr Gesichtsausdruck ist dabei ernst und nachdenklich.
Im hinteren Teil des Covers ist ein Krieger abgebildet, der inmitten einer Landschaft aus Gräsern und kahlen Bäumen steht. Er trägt einen Helm, hält ein Schwert und ein Schild in den Händen und sieht dadurch etwas einschüchternd aus.
Im unteren Teil ist der Titel des Buches in großen Lettern abgebildet und fällt dem Betrachter somit direkt ins Auge.
Das Cover ist mit hellen Lichtpunkten durchzogen, was diesem einen magischen Akzent verleiht. Die Farbgebung von Schriftzug und Abbildung ist sehr stimmig.
Erst durch das Cover bin ich auf „Schattenkrone“ aufmerksam geworden, da es sehr aussagekräftig und dominant wirkt und somit eine spannende Geschichte verspricht.

Der junge Prinz Alexander steht kurz davor, endlich aus dem Schatten seines mächtigen Vaters zu treten. Als er auf dem sogenannten Blutturnier auf das Dorfmädchen Kat trifft, merkt er direkt, dass sie etwas Besonderes ist. Die Beiden verstehen sich auf Anhieb sehr gut und verbringen daher sehr viel Zeit miteinander. Und so hofft Alexander auch auf Kats Unterstützung, um endlich der mächtigste Heerführer aller Zeiten zu werden.
Kat hingegen verfolgt ihre eigenen Pläne, denn sie versucht eine Aufgabe zu erfüllen, wovon Alexander jedoch niemals erfahren darf. Doch dann finden die Beiden heraus, dass sie ein gemeinsames Schicksal verbindet. Dieses Schicksal beeinflusst nicht nur die Beiden, sondern auch ihre Familie und ihre Freunde.
Sie müssen sich Intrigen und Machtkämpfen stellen und finden dabei die Wahrheit über sich selbst und ihre eigene Bestimmung.

Der Aufbau des Buches passt sehr gut in die Geschichte und ist sehr abwechslungsreich.
Das Buch ist in fünf Akte aufgeteilt, welche immer mit einer Überschrift und jeweils einem Spruch des damaligen Gelehrten Aristoteles gekennzeichnet sind.
Durch die Sprüche, oder vielleicht besser gesagt Weisheiten, wird die Spannung gesteigert und dem Leser wird Raum für eigene Interpretation zum weiteren Verlauf der Geschichte gegeben. In meinen Augen sind die Weisheiten daher sehr passend.
Innerhalb der Akte sind die Kapitel lediglich mit Zahlen nummeriert und werden fortgeführt. Die Länge der Kapitel ist variabel und größtenteils darauf bedacht, die einzelnen Szenen überlegt abzuschließen.
Am inneren Einband des Buches ist eine Karte des damaligen Griechenlands und persischen Reichs abgebildet. Diese sieht nicht einfach nur schön aus, sondern dient dem Leser zudem als Orientierungshilfe.

Das Buch ist in der dritten Person geschrieben und wird aus mehreren Sichtweisen erzählt. Die Betonung liegt auf „mehrere“, da es insgesamt sieben sind.
Die Geschichte wird natürlich einmal aus der Sicht von Alex und von Kat erzählt, aber auch von anderen scheinbar wichtigen Personen. Diese sind zum Beispiel Zofia, eine persische Prinzessin, und Cynane, die Halbschwester von Alex. Doch was spielen die Beiden für eine Rolle in der Geschichte? 
Die Sichtweisen wechseln sich pro Kapitel ab, sind aber nicht nochmal gesondert gekennzeichnet. So erlebt der Leser in jedem einzelnen Kapitel eine Überraschung, denn er findet erst nach ein paar Sätzen heraus, aus welcher Sicht die Geschichte in diesem Augenblick erzählt wird.
Durch die vielen verschiedenen Sichtweisen zieht sich der Beginn der Geschichte etwas in die Länge. Ich musste mich erst einmal orientieren und brauchte daher etwas länger, um in die Geschichte hinein zu finden.

Das Zeitalter, in der sich die Geschichte von Alex und Kat ereignet ist geprägt von Königreichen, Palästen, Göttern und Machtkämpfen. Da sich das Buch auf einen historischen Hintergrund bezieht, hat die Autorin natürlich die damals etwas komplizierten Namen der Protagonisten übernommen. Diese Namen wurden vom damals herrschenden göttlichen Glauben geprägt und sind daher teilweise etwas altertümlich. Beispiele dafür sind die Frauennamen Olympias und Attoosheh oder die Männernamen Hephaistion und Shershah.
Diese machen es dem Leser nicht unbedingt einfach, in die Geschichte hineinzufinden, weshalb sich die Autorin etwas Tolles überlegt hat. Sie hat den Protagonisten kurze und knappe Spitznamen gegeben, die leicht zu merken und gut zu unterscheiden sind.
Der Nachteil ist jedoch, dass diese Spitznamen eher modern und neumodisch sind, was natürlich absolut nicht in das Zeitalter der Geschichte passt. Deshalb bin ich mit meiner Meinung im Bezug auf die Spitznamen etwas hin und her gerissen.

Mir ist es schwer gefallen zu entscheiden, welche Charaktere ich euch heute vorstellen möchte. Da die Geschichte aus so vielen Sichtweisen erzählt wird, lernt der Leser sehr viele individuelle und einzigartige Charaktere kennen, welche unterschiedlicher nicht sein könnten. Im Vordergrund stehen jedoch die beiden Protagonisten Alex und Kat. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, euch diese beiden Charaktere genauer vorzustellen.

Der Leser lernt Kat als Dorfmädchen kennen, welche sich jedoch nicht den Aufgaben einer typischen Hausfrau verschrieben hat. Sie ist sehr flink, selbstbewusst und weiß sich körperlich, aber auch geistig zu wehren.
Zu Beginn der Geschichte erfährt der Leser, dass Kat wohl eine wichtige Aufgabe zu erledigen hat, doch wie diese aussieht, bleibt verborgen.

Sie muss noch etwas tun – etwas Schreckliches und Verzweifeltes, von dem niemand erfahren darf. Tief in ihrem Inneren, in ihren Knochen, in ihrem Blut, weiß sie, dass sie sonst niemals glücklich werden wird.“ (Zitat: „Schattenkrone“ von Eleanor Hermann, Seite 19 Hardcover)

Man merkt schnell, dass Kat sehr gut alleine zurecht kommt und keine Hilfe braucht, um das Leben zu bewältigen. Dabei wirkt sie sehr mutig und wählt ihre Handlungen mit bedacht. Zudem ist sie sehr schlau, hat also sozusagen aus dem Leben gelernt. Und das obwohl sie erst 16 Jahre alt ist.

Prinz Alexander ist in jedem Fall kein typischer verwöhnter Prinz, den er hasst den ganzen Prunk und Luxus im Schloss. Zudem hat er ganz andere Pläne, später als König über sein Volk zu herrschen, er möchte nämlich ein fairer und freier König werden.
Er ist seinen Freunden gegenüber treu und loyal und möchte auch so von seinen Freunden behandelt werden.
Ein besonderes Erkennungsmerkmal an Alex ist, dass er zwei Augenfarben hat, denn eines ist braun und das andere blassblau. Diese Tatsache macht ihn für mich schon zu Beginn an zu etwas Besonderem.
Als er endlich die Möglichkeit bekommt sich zu beweisen und aus dem Schatten seines Vaters herauszutreten, merkt er erst, dass er als Heerführer seine Bestimmung gefunden zu haben scheint.

>Feuer<, ruft Alex, und seine Stimme ist selbst wie ein Pfeil, der endlich losfliegen darf. Er fühlt, wie seine Anspannung sich löst, aus Erwartung wird Bewegung, aus Bewegung wird Tat, und nun ist er Feuer und Flamme, lebendiger, als er sich jemals gefühlt hat.“
(Zitat: „Schattenkrone“ von Eleanor Hermann, Seite 522 Hardcover)

Wie im oberen Teil schon angeschnitten, verwendet die Autorin in dem Roman einen historischen Hintergrund und arbeitet diesen von Neuem auf. Sie ist sehr darauf bedacht, die relevanten Charaktere von damals mit in die Geschichte einfließen zu lassen und deren Handlungen weitestgehend wiederzugeben.
Um der Geschichte jedoch eine eigene Note zu verleihen, hat sie neue fiktionale Hauptpersonen und Handlungsstränge hinzugefügt und mit den Alten verknüpft. Zudem hat sie die Geschichte mit Fantasy Elementen verwoben, welche diese noch spannender und abwechslungsreicher machen, wie zum Beispiel besondere Gaben und Magie.

Ich habe mich mit diesem Roman sehr schwer getan. Durch die vielen Sichtweisen habe ich leider nicht so richtig in die Geschichte finden können, was mich etwas enttäuscht hat. Bei manchen Figuren habe ich mich wirklich gefragt, was diese mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben, sie waren für mich etwas überflüssig. Mir hätte es also besser gefallen, wenn es vielleicht nur vier zentrale Protagonisten gegeben hätte, damit die Geschichte besser ins Laufen kommt.
Der Schreibstil der Autorin war sehr flüssig, aber auch ein wenig anspruchsvoll, was mich dazu bewegt hat, doch weiter zu lesen. Dazu die Kulisse und der historische Hintergrund, welchen ich sehr gut gewählt finde. Zudem war ich sehr froh über die Fantasy Elemente, da sich die Geschichte vielleicht sonst noch etwas mehr in die Länge gezogen hätte.

Ich werde in jedem Fall den zweiten Teil „Göttertochter“ lesen und euch berichten, wie mir dieser gefallen hat.
Ich wünsche euch viele tolle Lesestunden – eure Svenja

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Rezension – "Fairies von Stefanie Diem"

Rezension – „Nubila 1: Das Erwachen“ und Nubila 2: „Aufstand der Diener“ von Hannah Siebern

Rezension „Fairies – Amethystviolett“ von Stefanie Diem